Bringen Affirmationen tatsächlich etwas?

August 14, 2026
Bringen Affirmationen etwas

„Ich bin ein Geldmagnet“ ist vermutlich eine der bekanntesten Affirmationen im deutschsprachigen Raum.

Doch wenn das bloße Wiederholen solcher Sätze ausreichen würde, müssten unzählige Menschen dadurch reich geworden sein.

Aber das sehe ich nicht. Du?

Stattdessen scheinen Affirmationen bei vielen eher Selbstzweifel zu verstärken, weil sie nicht das erleben oder erreichen, was sie sich durch das unzählige Wiederholen dieser Sätze erhoffen.

Dadurch beschäftigen sie sich intensiver mit Selbstoptimierung und Persönlichkeitsentwicklung, weil sie glauben, das Problem zu sein und an sich arbeiten zu müssen.

Gleichzeitig ist eine falsche Vorstellung vom Manifestieren entstanden, denn Affirmationen werden typischerweise genau damit in Verbindung gebracht.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen wie Michael Jackson, die Affirmationen intensiv genutzt haben und Außergewöhnliches erreichten.

So erzählte er im Zusammenhang mit der Entstehung von „Thriller“, dass er unter anderem den Satz „Best-selling album of all time“ immer wieder wiederholt habe.

Also funktionieren Affirmationen oder nicht?

Genau das klären wir heute.

Was Affirmationen konkret sind

Das Wort Affirmation stammt von dem lateinischen Wort affirmare ab und bedeutet „bekräftigen“, „bestätigen“ oder „versichern“.

Folglich bekräftigst und beteuerst Du den Gedanken oder den Satz, den Du affirmierst. Dabei fällt Dir sicherlich sofort auf, dass jeder Mensch das ständig macht, wenn er zum Beispiel sagt:

  • „Alles wird ständig teurer.“
  • „Das Leben wird anstrengender und anstrengender.“
  • „Geld verdienen ist hart, Geld wächst ja nicht auf Bäumen.“

Zwar sind solche Sätze nicht das, woran die meisten Menschen denken, wenn sie das Wort „Affirmation“ hören, aber anhand der Wortbedeutung ist das Wiederholen solcher Sätze ebenfalls ein Affirmieren.

Denn durch die Wiederholung einer Aussage bekräftigst Du sie. Genau das bedeutet affirmieren.

Auch das Wort manifestieren, das häufig mit affirmieren in Verbindung gebracht wird, stammt von dem lateinischen Wort manifestare ab und bedeutet „sichtbar machen“, „offenbar machen“ oder „deutlich werden lassen“.

Demnach bedeutet das Wort nicht automatisch „ich erfülle mir meine großen Wünsche“ oder „ich schicke meine Wünsche ans Universum“ oder Ähnliches.

Deshalb wird das Wort manifestieren beispielsweise auch im medizinischen Kontext verwendet.

Dort kann es heißen: „Die Symptome manifestierten sich erst nach einigen Wochen.“

Aber auch in vielen anderen Bereichen findet das Wort Verwendung. So kannst Du sagen: „Mit der Farbkombination auf dem Bild hat die Künstlerin ihre Sehnsucht manifestiert.“

Dadurch wird Dir sicherlich klar, dass die Wörter affirmieren und manifestieren keine Begriffe sind, die ursprünglich aus dem Bereich der Wunscherfüllung stammen. Sie haben eine allgemeine Bedeutung, die bereits lange vor ihrer heutigen Verwendung in der Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität existierte.

Da nun klar ist, was affirmieren bedeutet, stellt sich erst recht die Frage:

Was bringt das Wiederholen von Sätzen wie „Ich bin reich“ oder „Jeden Tag werde ich erfolgreicher und erfolgreicher“?

  • Wirst Du das, was Du sein möchtest, allein durch das Wiederholen, also das Affirmieren, von Sätzen erreichen?
  • Oder hast Du eine Villa, wenn Du oft genug sagst: „Ich habe eine wunderschöne Villa“?

Worum es beim Affirmieren tatsächlich geht

Was meinst Du, welches Tier Du deutlich öfter wahrnimmst, wenn Du mehrfach am Tag wiederholt „Katze“ sagst?

  • Hunde, Hasen oder Katzen?

Genauso ist es, wenn Du etwas Bestimmtes kaufen möchtest und Dich damit befasst hast, zum Beispiel rote Schuhe.

Was passiert dann?

Auf einmal siehst Du überall „rote Schuhe“.

Folglich ist klar, was Affirmationen in erster Linie machen:

  • Sie lenken Deine Aufmerksamkeit auf das, was Du mental wiederholst.

Deshalb nehmen Menschen, die sagen „Alles ist teurer geworden“, genau das wahr. Während andere ständig reduzierte Waren, Rabattaktionen und dauerhafte Preissenkungen erleben.

Durch dieses alltägliche Beispiel wird Dir der Zusammenhang zwischen

  • Gedanken,
  • Aufmerksamkeit und
  • Wahrnehmung

deutlich.

Daraus erkennst Du, dass Du nicht die objektive Wahrheit wahrnimmst oder zufällig oder willkürlich wahrnimmst, was Du wahrnimmst.

Wenn es so wäre, gäbe es keine Sätze wie „Wusste ich doch, dass es so kommt.“

Demnach ist es so:

  • Deine Aufmerksamkeit richtet sich, basierend auf Deinen wiederholten Gedanken, exakt auf das, was Deine Gedanken bestätigt.

Zudem gibt es keine vollständige objektive Wahrheit, Außenwelt oder Fakten, weil kein Mensch außerhalb seiner Selbstbeschreibung oder dessen, was ihm bewusst ist, wahrnehmen kann.  

Deshalb können zwei Menschen, die sich sogar nahestehen, am gleichen Ort ein und dieselbe Sache beobachten und dennoch alles komplett konträr deuten und interpretieren. Sie schauen eben aus unterschiedlichen Selbstbeschreibungen heraus.

Falls Dich die Sichtweise Deines Gegenübers nicht wundert oder Du bereits weißt, welche Meinung Dein Gegenüber dazu hat, liegt es daran, dass die Meinung des anderen Deine Meinung ist. Der andere Mensch reflektiert Deine Überzeugungen und Deinen Seinszustand.

Woher kommen Gedanken? 

Weder Gedanken noch Gefühle entstehen im luftleeren Raum.

Das heißt, Du hast nicht aus dem Nichts heraus Angst, und auch keine bestimmte Situation führt automatisch zu einem spezifischen Gefühl. Es ist das Zusammenspiel zwischen Seinszustand, Gedanken, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Deutung.

Gefühle sind physiologische Veränderungen, die aufgrund von Gedanken entstehen, die Du bejahst.

Diesen körperlichen Veränderungen geben wir Namen wie Freude, Trauer, Angst, Panik und Wut.

Außerdem haben wir die Gefühle in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt, sodass Angst, Panik, Wut und andere Gefühle als „schlecht“ und als „will ich nicht haben“ gelten, wohingegen Fröhlichkeit und Glück als gut gelten.

Vielleicht denkst Du jetzt: „Das ist doch eine logische Einteilung. Schließlich fühlen sich Panik und Trauer nicht gut an, aber glücklich zu sein schon.“

Auf menschlicher Ebene ist das nachvollziehbar.

Aber wenn Du bei Herzklopfen, weichen Knien, schwerem Luftbekommen und ähnlichen körperlichen Wahrnehmungen nicht „Angst“ sagst, sondern „Aufregung“ oder „Vorfreude“, bringst Du Deinen Körper in einen anderen Modus.

Daran erkennst Du, dass nicht allein das, was Du körperlich wahrnimmst, für die weiteren Gedanken und Gefühle ausschlaggebend ist, sondern auch die Bezeichnung dieser Wahrnehmung und deren Interpretation.

Lass uns genauer anschauen, woher die Gedanken kommen.

Warum denkst Du, was Du denkst?

Bei den Gedanken ist es so wie mit einem Känguru. Dieses springt.

Exakt das machen Gedanken: Sie springen hin und her, kommen und gehen.

Nur tote Menschen haben keine Gedanken.

Folglich ist das Ziel, keine Gedanken mehr zu haben, immer positiv zu denken oder einen ruhigen, stillen Geist zu haben, ähnlich wie das Ziel, einem Känguru beibringen zu wollen, wie eine Schildkröte zu gehen.

Abgesehen davon, dass das Zeitverschwendung ist, verneint so eine Person die Natur des Kängurus. Wobei dieses genau deshalb, weil es so ist, wie es ist, wunderschön ist.

Auch unser Geist, der pausenlos Gedanken produziert, ist wertvoll. Ohne ihn könnte ich beispielsweise nicht diesen Text schreiben.

Logischerweise haben Menschen nicht vollständig identische Gedanken, sondern eben nur die, die zu ihrer Selbstbeschreibung beziehungsweise zu ihrem vordergründig identifizierten Seinszustand passen.

Sagt eine Person:

„Ich bin krank, schwach und ein Pechvogel.“

Sagt eine andere Person:

„Ich bin gesund, fit, glücklich und ein Glückspilz.“

So unterscheiden sich die Gedanken, die beide Personen schwerpunktmäßig denken, bejahen und wiederholen.

Folglich entstehen Gedanken zu einem Großteil aufgrund der Natur des Geistes, aktiv zu sein.

Welche Gedanken jedoch Deine Aufmerksamkeit lenken und Dir widergespiegelt werden, basiert auf Deinem Seinszustand.

Dabei meine ich mit „widergespiegelt werden“, dass Du Deinen Seinszustand, Deine Entscheidungen und alles, was Du für wahr hältst, in der äußeren Welt reflektiert bekommst.

Auch Deine Deutung, Bewertung und Interpretation dessen, was Du wahrnimmst, beruhen auf Deinem Seinszustand.

Schließlich bist Du Realität beziehungsweise erlebst Du in Deiner äußeren Realität Deine innere Realität.

Deswegen kann jemand alleine am Strand sitzen und denken:

„Ich bin glücklich, dass ich hier allein in Ruhe sitzen kann. Herrlich.“

Später setzt sich eine andere Person an die gleiche Stelle und denkt traurig:

„Ich bin jemand, den keiner mag, deshalb sitze ich nun allein und einsam hier.“

Auch bei der ersten Person kann der Gedanke „Ich sitze hier, weil ich allein und einsam bin“ auftauchen.

Da dieser Gedanke jedoch nicht zu ihrem Seinszustand von beispielsweise „Ich bin gerne allein“ passt, bejaht sie ihn nicht. Deshalb geht er an ihr vorbei.

Somit nimmst Du in Deiner äußeren Realität Deine innere Realität wahr. Deshalb ist das, was Du als „mein Leben“ oder „meine Realität“ bezeichnest, nicht von Dir getrennt, sondern die Reflexion Deiner inneren Welt.

Kurzum: Dein Seinszustand oder alles, was Du nach dem „Ich bin“ sagst, beeinflusst, welche Gedanken Du schwerpunktmäßig denkst, und diese Gedanken lenken Deine Aufmerksamkeit auf das, was diese Gedanken bestätigt.

Welche Rolle spielen Affirmationen bei der Wunscherfüllung?

Jemand, der sich mit alledem, was wir gesagt haben, und mit dem Manifestieren im Sinne von „Wünsche erfüllen“ nicht befasst hat, affirmiert unwillentlich die Gedanken, die zu seinem Seinszustand passen.

Zum Beispiel:

„Ich kann essen, was ich will, und nehme nicht zu“ 

„Bei uns in der Familie haben alle ein Gewichtsproblem. Schon wenn wir Essen sehen, nehmen wir zu.“

Wenn sich jedoch eine Person mit dem Thema befasst hat, wird sie Affirmationen in erster Linie als eine Manifestationsmethode kennen.

Dann affirmiert diese Person vielleicht mehrfach am Tag Sätze wie

„Ich bin ein Geldmagnet“

„Ich bin gesund, jung und fit“

„Ich werde jeden Tag schöner und schöner.“

Gewöhnlicherweise stellt diese Person nach einiger Zeit fest, dass sich nicht sonderlich viel im eigenen Leben in die affirmierte Richtung getan hat, ist genervt und lässt es sein.

Oft wird die nächste Methode angewandt, um das Gewünschte zu realisieren, wie Meditieren oder Visualisieren.

Auch damit verwirklicht sich meist der Wunsch nach den Millionen, der großen Liebe, dem schönen Haus, der attraktiven Figur und der puren Gesundheit nicht. Dadurch kommt diese Person zu dem Ergebnis: „Manifestieren funktioniert nicht.“

Warum sich der Wunsch nicht verwirklicht 

Wenn Du festlegst, was Du gerne erleben möchtest, und danach die dazu passenden Sätze wiederholst, wie „Ich bin Millionärin“, machst Du das mit der Hoffnung oder dem Wunsch, dass sich dieser Wunsch verwirklicht.

Demnach bist Du in dem Seinszustand „Ich bin jemand, der den Satz „Ich bin Millionärin“ aufsagt, weil ich gelesen und gehört habe, dass dieses Affirmieren mir die Millionen bringt.“

Genau diesen Seinszustand bekommst Du gespiegelt.

Denn wie wir weiter oben geklärt haben, bekommst Du in Deiner äußeren Welt Deine innere Welt aufgezeigt.

Folglich kann eine Person, die affirmiert, um das, was sie affirmiert, zu erleben, nichts anderes erleben als sich selbst als jemanden, der affirmiert, um zu bekommen, was sie affirmiert.

Schließlich ist es die Aufgabe eines Spiegels, zu spiegeln.

Exakt das macht die Außenwelt.

Sie spiegelt Deinen Seinszustand.

Wobei es genau genommen so ist, wie wir weiter oben gesagt haben:

Du nimmst aufgrund Deines Seinszustands das wahr, was diesen bestätigt.

Wenn jemand denkt:

„Ich bin jemand, der sich nie seine Wünsche erfüllen kann. Deshalb brauche ich die Million.“

nimmt er alles aus dieser Perspektive wahr.

Er sieht beispielsweise nicht, dass er einige Hundert Euro geschenkt oder zurückerstattet bekommen hat.

Dieser Mensch sieht nur:

„Ich habe kein Geld, brauche Millionen, affirmiere dafür und nichts tut sich.“

Demnach sagst Du oder die Person:

„Ich bin Millionärin.“

Aber Du sagst das nicht, weil Du es bist, sondern weil Du es werden möchtest.

Deshalb ist der Seinszustand nicht:

„Ich bin Millionärin.“

Sondern:

„Ich bin jemand, der das sagt, um es zu werden.“

Da jedoch die lineare Zeit eine Illusion ist und alles im Jetzt ist, gibt es keinen Werdungsprozess.

Deshalb ist dieses „später“, „morgen“ oder „wenn ich XYZ gemacht habe“ eine Verschiebung auf eine zukünftige Zeit, eine zukünftige Realität und einen zukünftigen Zustand, die es nicht gibt.

Was es heißt, dass alles im Jetzt ist

Die lineare Zeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ein Konzept von Zeit, das uns als Menschen hilft, uns im Alltag zurechtzufinden.

Sie ermöglicht es uns zu wissen, wann eine Verabredung stattfindet, wie lange wir noch haben, bis der Zug abfährt, und wann all die anderen Dinge geschehen, die wir zeitlich planen.

Doch die Vorstellung,

„Ich bin das Ergebnis meiner Vergangenheit.“

„Hoffentlich läuft das Bewerbungsgespräch nächste Woche gut.“

oder

„Ich muss meine Kindheit aufarbeiten, vergeben und meine seelischen Wunden heilen, um glücklich, gesund und kraftvoll durchstarten zu können.“

beruht auf einer Illusion.

Alles findet im Jetzt statt und ist eine Entscheidung.

Die sogenannte Vergangenheit besteht aus mentalen Bildern und Gedanken, die in der Gegenwart auftauchen und aufgrund Deiner aktuellen Selbstbeschreibung kreiert werden.

Du entscheidest im Jetzt, wer Du bist, und basierend auf diesem Seinszustand hast Du Gedanken und Bilder aus der gefühlten Vergangenheit, die diesen Seinszustand bekräftigen. 

Du bist bereits, wer Du sein möchtest

Ein Beispiel dazu:

Beschreibt sich eine Person als:

„Ich bin krank.“

hat sie im Jetzt andere Gedanken und Bilder, die sie als zu ihrer Vergangenheit gehörend wahrnimmt.

Beschreibt sich dieselbe Person als:

„Ich bin gesund.“

hat sie andere Gedanken und Bilder, die sie als zu ihrer Vergangenheit gehörend wahrnimmt.

Auch das, was wir als Zukunft bezeichnen, findet im Jetzt statt. Denn alles, was Du über die Zukunft denkst, planst oder mental durchgehst, geschieht in diesem Moment. 

Nehmen wir als Beispiel ein Bewerbungsgespräch, das nächste Woche stattfinden wird.

Bereits heute entscheidest Du:

  • was Du anziehen wirst,
  • wie Du Dich präsentieren möchtest,
  • welche Antworten Du geben wirst und
  • wie das Gespräch ablaufen soll.

Du gehst das Gespräch mental durch und erschaffst in Deiner Vorstellung bereits jetzt eine Version davon.

Das bedeutet: Die vermeintliche Zukunft wird im Jetzt immer wieder mental durchgespielt, bevor sie überhaupt als äußeres Ereignis erlebt wird.

Im Grunde genommen ist das, was dann in der vermeintlichen Zukunft stattfindet, eine Wiederholung einer mentalen Vorstellung, die bereits unzählige Male im Jetzt stattgefunden hat.

Genauso wie Schauspieler ihre Rollen immer wieder mental und praktisch durchgehen, bevor die eigentliche Szene gedreht wird.

Wenn der Dreh schließlich stattfindet, erleben sie nicht etwas völlig Unbekanntes. Vieles von dem, was sie tun und sagen, wurde bereits vorher in ihrer Vorstellung durchgespielt.

Daraus ergibt sich die entscheidende Erkenntnis:

  • Da Du alles mental in der Gegenwart durchgehst, gibt es keinen anderen Zeitpunkt, keine andere Realität und keinen anderen Zustand, den Du erst erreichen musst.
  • Du musst nicht erst zu der Person werden, die Du sein möchtest.
  • Du bist bereits jetzt die Person, die Du sein möchtest.

Wann hast Du den Wunsch?

Du hast im Jetzt den Wunsch nach XYZ. Vielleicht nach Millionen, Gesundheit, einer Bikini-Figur, einer erfüllten Beziehung, beruflichem Erfolg oder etwas ganz anderem.

Du hast diesen Wunsch nicht morgen, nicht in einer Woche und auch nicht Ende des Jahres, sondern exakt jetzt.

Der Wunsch erscheint jetzt in Dir als Bewusstsein. Ich sage „in Dir als Bewusstsein“, weil Dein wahres Sein pures Bewusstsein ist.

Wir haben zwar alle über Generationen hinweg gelernt, dass wir ein festgelegtes Ich haben, also eine Persönlichkeit mit dem Namen Y, der Familie X, bestimmten Eigenschaften C und einer Vergangenheit Z.

Doch das ist eine Illusion.

Folglich erscheint Dein Wunsch in diesem Moment in Dir als Bewusstsein. Damit bist Du bereits jetzt in dem Seinszustand, aus dem heraus der Wunsch gelebt wird.

Du wartest also nicht darauf, irgendwann jemand anderes zu werden.

Du entscheidest im Jetzt, wer Du bist, und bist es.

Das tust Du unabhängig von Deiner äußeren Realität.

Denn Du bestimmst, wer Du bist, und nicht Deine Umstände.

Andernfalls reagierst Du lediglich auf die Reflektion Deines Seinszustands, anstatt Deine Realität bewusst zu erschaffen.

Durch Deine Entscheidung, wer Du im Jetzt bist, entstehen die mentalen Bilder und Gedanken, die Du als Deine Vergangenheit deutest.

Ebenso legst Du mit der Entscheidung darüber, wer Du im Jetzt bist, fest, wie Deine sogenannte Zukunft ist.

Nehmen wir beispielsweise eine Person, die sagt: 

„Ich bin schlecht im Präsentieren. Ich hoffe so sehr, dass die Präsentation morgen bei der Arbeit gut läuft.“

Da wir uns immer passend zu unserem Seinszustand erleben, erlebt sich diese Person beim Präsentieren als jemand, der unsicher ist und darauf hofft, dass alles gut geht und schnell vorbei ist.

Wenn diese Person jedoch entscheidet: 

„Ich bin gut im Präsentieren“, erlebt sie sich bei der Präsentation am nächsten Tag entsprechend.

„Warum erlebt sie sich anders? Nur weil sie das sagt? Dann funktionieren Affirmationen doch?“, taucht vielleicht als Gedanke in Dir auf.

Das schauen wir uns gleich ganz genau an.

Lass uns dies erst einmal als Ergebnis festhalten:

  • Alles, was Du suchst und wünschst, ist bereits im Jetzt vorhanden.

Wie Du Affirmationen effektiv nutzt

Affirmationen sind Gedanken, die als Sätze formuliert werden.

Durch das Wiederholen dieser Sätze bekräftigst Du die Gedanken.

Da Du jeden Gedanken denken kannst, den Du möchtest, kannst Du auch jeden Gedanken affirmieren.

Folglich ist der Satz:

„Ich bin gut im Präsentieren.“

genauso ein Gedanke wie:

„Ich bin schlecht im Präsentieren.“

Das Gleiche gilt für:

„Ich bin reich und habe Millionen.“

und:

„Ich bin arm und habe kaum Geld.“

Dennoch ist es so, dass Du Dich mit bestimmten Gedanken identifizierst und sie als wahr erachtest und andere nicht, richtig?

  • Welche Gedanken sind es, die Du glaubst, bejahst und als wahr ansiehst?

Es sind in erster Linie die Gedanken, die Sichtbares beschreiben und wiedergeben.

Zum Beispiel schaut eine Person auf ihr Konto und sieht 5 Euro.

In ihrem Geldbeutel sind 2 Euro.

Sie schließt daraus, dass sie keine Millionärin ist.

Wenn diese Person dann unzählige Male den Satz „Ich bin Millionärin“ affirmiert, ist es ähnlich wie beim Lernen für eine Klassenarbeit, bei der man den Stoff immer wieder auswendig lernt, ohne ihn zu verstehen, und trotzdem auf eine gute Note hofft.

Demnach bringt das Aufsagen von Sätzen nichts, wenn eine Stimme in Deinem Inneren den Inhalt des Satzes für Quatsch erklärt, weil Du nun einmal ganz offensichtlich keine Millionen hast oder noch nie eine Präsentation gut durchgeführt hast.

Jedoch ist es so, dass wir vor allem die Gedanken, die uns beschreiben, ständig wiederholen, also affirmieren. Deswegen erscheint jeder Tag ähnlich.

Solange jemand sagt: „Ich bin krank und kann nicht mit Geld umgehen“, erlebt die Person sich nun mal nicht anders. 

Wie innen, so außen.

Daher ist es klug, die Gedanken, die Du immer wieder denkst, passend zu Deinen Wünschen zu gestalten. Dann kannst Du mit Deinen Affirmationen Deinen Wunsch manifestieren.

Wie Du das machst, schauen wir uns jetzt zusammen an.

Affirmationen als Ausdruck Deines Seinszustands

Sobald die Sätze, die Du affirmierst, Dich beschreiben und nicht mit dem Ziel verbunden sind, dass sie sich erst bewahrheiten müssen, affirmierst Du zielführend.

Demnach wiederholst Du nicht den Satz „Ich bin Millionärin“ mit der Hoffnung, er möge sich bewahrheiten, sondern weil Du entschieden hast, dass Du es bist.

Folglich beschreibt Dich der Satz, den Du wiederholst, wie

  • „Ich bin Millionärin“ 
  • „Ich bin mutig, sportlich, attraktiv“ 
  • „Ich bin jemand, der eine Villa hat“.

Denn während beim gewöhnlichen Affirmieren die klassische Denkweise

„machen, haben, sein“

weitergelebt wird, geht es beim klugen Affirmieren um:

„sein, machen, haben“

Somit affirmierst Du keinen Satz, um seinen Inhalt zu verwirklichen, sondern weil Du bist, wer Du entschieden hast zu sein, wie bei „Ich bin Millionärin“.

Wahrscheinlich sträubt sich nun alles in Dir, weil Du denkst, es ginge darum, etwas vorzugeben, was Du nicht bist oder nicht hast. Im Sinne von „Fake it till you make it“.

Nein, um diese Haltung geht es nicht.

Dein Wunsch ist ausschlaggebend

Wie wir weiter oben geklärt haben, hast Du Deinen Wunsch im Jetzt und alles befindet sich im Jetzt. Somit bist Du auch im Jetzt in dem Seinszustand, der Deinen Wunsch ausrollt.

Deswegen ist es nicht nötig, etwas vorzugeben, was Du nicht bist, weil Du es bist.

„Nein, ich bin es nicht. Schließlich habe ich die Millionen nicht“, denkst Du vermutlich. Zumindest ist das ein negativer Gedanke, der an dieser Stelle typischerweise beim Manifestieren auftaucht.

Denn die meisten Menschen schließen von dem, was sie sehen, also der Reflektion ihres Seinszustands, auf sich.

Dadurch reagierst Du auf die Spiegelung eines Seinszustands und drehst Dich im Kreislauf von „Erst wenn ich es sehe, glaube ich es“.

Aufgrund dieser Haltung siehst Du Deinen Wunsch nicht. Zumindest trifft das so lange zu, wie Du sagst: „Ich sehe es nicht.“

Wie sollst Du etwas sehen, wenn Du sagst: „Ich sehe es nicht“?

„Aber ich kann doch nicht sagen, dass ich etwas sehe, wenn ich es nicht sehe“, taucht in Dir auf.

Sobald Du die Natur der Realität verstehst, ist Dir klar, warum dieser Gedanke irreführend ist.

Wie innen, so außen

Da die meisten Menschen gelernt haben, sich auf die Außenwelt zu konzentrieren und sie als realer, echter und wertvoller anzusehen als ihre Imagination, glauben sie nicht, das Recht oder die Erlaubnis zu haben, den Wunsch, den sie in ihrer inneren Realität sehen, als echt, real und wichtig anzusehen.

Dabei besagt schon die uralte Weisheit: „Wie innen, so außen.“

Doch ein Großteil lebt verkehrt herum. Deswegen glauben sie, keine Millionäre zu sein, weil sie keine Millionen haben.

Jedoch ist es so, dass die Person keine Millionärin ist, weil sie mit dem Satz „Ich bin keine Millionärin“ jede Sekunde neu entscheidet, nicht in dem Seinszustand „Ich bin Millionärin“ zu sein.

Damit vertraut diese Person der Außenwelt, also der Reflektion eines Seinszustands, mehr als ihrer Entscheidung beziehungsweise ihren Worten als Bewusstsein. 

Anstatt Deine äußere Realität auf ein Podest zu stellen, indem Du sagst: „Meine Umstände bestimmen, wer ich bin, und was ich nicht sehe, bin ich nicht“, vertraue Deinem Wort und sei, wer Du sein möchtest.

Da Du Dich als Bewusstsein nicht auf den Arm legen kannst, bringt das Affirmieren nichts, wenn Du hoffst, dadurch Deinen Wunsch zu verwirklichen, anstatt dass es eine Selbstbeschreibung ist.

„Muss ich nun affirmieren oder lasse ich es?“

Nachdem, was Du gelesen hast und dem Wissen, das Du über Dich selbst hast, sind zwei Sachen glasklar geworden:

  • Erstens: Du wiederholst, wie jeder Mensch, bestimmte Gedanken mehrmals täglich und bekräftigst sie damit.

Folglich affirmierst Du auch dann, wenn Du Dich nicht, ähnlich wie beim Vokabellernen, hinsetzt und Deine auserwählten Sätze aufsagst.

  • Zweitens: Affirmationen, wie sie gewöhnlich verstanden werden, bringen nichts. Solange Du affirmierst, um zu werden oder zu erreichen, was Du sagst, befindest Du Dich im Seinszustand von „Ich bin jemand, der affirmiert und hofft, dass es klappt“.

Genau diese Realität erlebst Du dann, weil die äußere Realität Deinen Seinszustand reflektiert.

Aus diesen zwei Erkenntnissen ergeben sich diese zwei relevanten Schlussfolgerungen:

  • Erste Schlussfolgerung: Da Du täglich mehrfach die gleichen Gedanken denkst, denke die, die Du erleben möchtest.

Letztlich bringt es nichts, wenn Du Dich für 15 Minuten hinsetzt und Deine aufgeschriebenen Sätze affirmierst und die restliche Zeit denkst, wie Du es schon immer getan hast.

Demnach ist es effektiver, grundsätzlich die Gedanken zu wiederholen, die Du erleben möchtest. Denn Gedanken wiederholst Du sowieso.

Um nicht ständig auf Deine Gedanken aufpassen zu wollen, ist die zweite Schlussfolgerung zentral:

  • Zweite Schlussfolgerung: Entscheide, wer Du bist, und sehe Affirmationen beziehungsweise Sätze, die Du wiederholst, als Selbstbeschreibung an.

Folglich sagst Du nicht „Ich bin gesund und jeden Tag jünger“, weil Du das werden möchtest, sondern weil Du das jetzt bist.

Da Du logischerweise nicht jeden der unzähligen Gedanken, die wir als Menschen haben, erlebst, ist es klar, dass sich nur die Gedanken manifestieren, die Du bejahst.

Dir ist nun glasklar, dass Du die Gedanken bejahst, die zu Deinem Seinszustand passen.

Deshalb ist es klug, passend zu Deinem Wunsch festzulegen, wer Du bist, und Deine Affirmationen, die bewusst wiederholte Gedanken sind, als Aussagen über Dich zu deklarieren.

Wie müssen Affirmationen formuliert werden?

Die große Diskussion über die Worte und darüber, welche Zeitform verwendet werden sollte, ist unnötig, weil Du als Bewusstsein, als die alleinige Autorität Deiner Realität, festlegst, was gilt und was nicht.

Denn die wichtigste Regel für das Kreieren Deiner Realität lautet:

  • Es gibt keine Regeln außer denen, die Du festlegst.

Zum Beispiel sagt eine Person, dass sie Heulen als eine innere Reinigung ansieht und sich nach dem Heulen immer neu fühlt. Dann wird diese Person, obwohl sie heult, nicht traurig sein oder Ähnliches.

Immerhin ist es so, dass nichts von sich aus eine Bedeutung hat. Du gibst dem, was Du siehst, hörst und erlebst, eine Bedeutung. Das passiert stets aufgrund Deines Seinszustands.

Nehmen wir zwei Personen.

Die erste Person beschreibt sich als:

„Ich bin hässlich.“

Die zweite Person sagt:

„Ich bin wunderschön.“

Wenn sie auf der Straße angeschaut werden, deuten sie das unterschiedlich.

Die Person, die sich als hässlich ansieht, denkt:

„Die Leute schauen mich an, weil ich hässlich bin.“

Die Person, die sich als wunderschön betrachtet, denkt:

„Die Menschen schauen mich immer wegen meiner Schönheit an. Das ist immer so gewesen.“

Daran erkennst Du, dass Du die Freiheit hast zu:

  • denken,
  • deuten,
  • interpretieren und
  • entscheiden, was Du möchtest.

Nutze diese Freiheit und lege für Dich fest, was immer Du möchtest.

Vertraue Deinen Worten beziehungsweise Deinen Entscheidungen mehr als dem, was Du siehst und hörst. Damit hast Du gelernt zu manifestieren und kreierst Deine gewünschte Realität.

Genauso machte es Michael Jackson

Am 6. November 1979 schrieb Michael Jackson mit 21 Jahren eine Art Manifest, in dem es um einen Identitätswechsel geht. Zum Beispiel schreibt er dort:

  • „MJ will be my new name. No more Michael Jackson“
  • „I want a whole new character, a whole new look. It should be a totally different person“
  • „People should never think of me as the kid who sang ABC, I Want You Back“
  • „I will be a perfectionist, a researcher, a trainer, a master“

und ähnliche Sachen.

Er wird passend dazu seine Affirmationen formuliert und diese als Selbstbeschreibung affirmiert haben, also bekräftigt haben. Alles andere ergibt für mich wenig Sinn.

Zum Beispiel „Discipline with love, No violence ever“, was er auf einem Post-it an seinem Spiegel stehen hatte. Das ist eine Aussage, die er dadurch wiederholt sah und die zu der von ihm gewünschten Selbstbeschreibung passt.

Kurzum: Er sagte nicht zum Beispiel „I will be magic“ oder „I am a magnet for miracles“ oder „Biggest-selling album of all time“ in der Hoffnung, es möge passieren, sondern aus der Identität heraus, die er für sich gewählt hatte.

Das zeigt sich für mich auch in dem, was er sagte, wie:

  • „The deeper I go into myself, the stronger I become, because I realize that my real self is much bigger than my fear.“
  • „I believe in perfection and I try to create that in everything I do. We never seem to totally get there, but I believe in perfect execution.“

Für mich zeigt sich darin eine innere Haltung, die seinen Wunsch nach beispielsweise „Biggest-selling album of all time“ überhaupt erst ermöglichte, weil er entsprechend dem, was er über sich selbst glaubte und sagte, handelte.

Daraus erkennst Du auch, dass es beim Manifestieren nicht darum geht, zu manifestieren, ohne zu handeln. Schließlich handeln wir immer. Abgesehen davon möchte sich jeder von uns frei zum Ausdruck bringen.

Genau deshalb ist es klug, jede Deiner Affirmationen als eine Selbstbeschreibung anzusehen. Viel Freude und nicht vergessen: Mache Dein Leben zu einer atemberaubenden Reise. 

Deine Victoria 

Ein Hoch auf die Freiheit

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