Ballaststoffe und Hülsenfrüchte

Ich habe euch in fast allen meinen Beiträgen empfohlen Ballaststoffe zu essen und nun kamen vermehrt fragen, was die genau sind. Wir tauchen nun gemeinsam in die Welt der Ballaststoffe ein.

Ballaststoffe – die Nahrung unserer Bakterien

Vor ca. 100 Jahren dachte man, dass Ballaststoffe Ballast für den Körper sind, da der Organismus sie nicht verdaut und sie keine kalorienhaltigen Nahrungsbestandteile sind. Deshalb hat man sie als Ballast bezeichnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch haben Ärzte die Zusammenhänge zwischen ballaststoffarmer Ernährung und dem Auftreten verschiedener Krankheiten erkannt. Der Marinearzt Thomas Latimer Cleave hat Matrosen an Bord, die an Verstopfung litten, Weizenkleie in den Joghurt gegeben. Sein Erfolg machte Weizenkleie berühmt. Auf dem Land ist es weit aus einfacher sich ballaststoffreich zu ernähren, da Ballaststoffe in allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind. Sie sind die Stütz- und Gerüstsubstanzen in pflanzlichen Lebensmitteln.

Die Ballaststoffe zählen zu den unverdaulichen Kohlenhydraten. Stärke als Polysaccharide gehört beispielsweise nicht zu den Ballaststoffen, da sie durch Enzyme teilweise gespalten und im Dünndarm resorbiert wird. Die Menge an resistenten und verdaulichen Kohlenhydraten in einem Lebensmittel hängt von deren Verarbeitung in der Küche ab.

Lebensmittel bestehen natürlicherweise aus Nährstoffen für Gewebezellen und aus Ballaststoffen für die Bakterien. Ballaststoffe gelangen unverdaut in den Dickdarm und sind dort notwendiges Bakterienfutter. Ohne sie kann das Mikrobiom seine Aufgaben in unserem Körper nicht erfüllen. Lies zu dem Thema den Beitrag „Ist die Darmflora gesund – wie du sie mit der richtigen Ernährung auf Vordermann bringst“

Mit Ballaststoffen weniger Druck im Darm

Einige wichtige Aufgaben der Ballaststoffe will ich hier kurz erläutern:

Die Verweildauer der Ballaststoffe im Magen ist hoch, so erhalten sie das Sättigungsgefühl für eine längere Zeit aufrecht.

Das größere Nahrungsvolumen senkt die Energieaufnahme und bewahrt den Körper vor Übergewicht.

Ballaststoffe gelangen unverdaut in den Dickdarm. Sie quellen auf und regen mit ihrem größeren Volumen den Darm zu mehr Darmbewegung an. Bei Abbauprozessen entstandene giftige Stoffe werden so schneller ausgeschieden und das Risiko an Darmkrebs zu erkranken sinkt.

Durch die Wasserbindungsfähigkeit von Ballaststoffen, wird der Darminhalt weicher. Damit verhindern sie eine Verstopfung.

Gleichzeitig mit Ballaststoffreiche aufgenommen, werden Zucker und Stärke langsamer verdaut und ins Blut abgegeben. Der Anstieg des Blutzuckers erfolgt damit langsamer und die Energieversorgung ist gleichmäßig.

Ballaststoffe essen, heißt Pflanzen essen

In allen pflanzlichen Lebensmitteln sind Ballaststoffe enthalten. Für deine Gesundheit ist es wichtig, dass du auf deinen Speiseplan viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel setzt. Deine Mikroben wollen die Pflanzenfasern essen, deshalb iss Obst und Gemüse und trinke keine Säfte. Das ist einfach Zucker.

Merke dir, dass feste Pflanzenteile mehr Ballaststoffe enthalten als wässrige oder weiche. Ballaststoffreich sind Samen, Nüsse, Vollkornbackwaren, Kohlsorten und Hülsenfrüchte. Weniger findest du zum Beispiel in Gurken und Melonen.

Hülsenfrüchte sind äußerst ballaststoffreich und vielseitig einsetzbar, von daher ideale Proteinquellen für Vegetarier und Veganer. Auf dem Blog http://beanbeat.de/ von Cecilia findest du viele gute Kochideen.

Viele haben jedoch Probleme beim Verzehr von Bohnen und Linsen. Wenn du zu denen gehörst, die nach dem Verzehr von Bohnen, Linsen und anderen ballaststoffreichen Lebensmitteln Probleme haben, dann helfen dir diese Tipps:

  1. Das Gemüse kurz kochen.
  2. Bohnen über Nacht einweichen lassen. Schütte das Einweichwasser ab und koche die Bohnen mit frischem Wasser.
  3. Hülsenfrüchte, die nicht eingeweicht werden, wie bspw. Linsen, solltest du vor dem Kochen gründlich waschen.
  4. Würze deine Bohnen und Linsen mit Kreuzkümmel, Ingwer, Koriander, Fenchel, Anis und Dill.
  5. Salze deine Bohnen und Linsen zum Schluss, da sie sonst weich werden.

Wenn du auf eine ballaststoffreiche Ernährungsweise umsteigst, dann dauert es etwas bis du deine Bakteriengesellschaft aufgebaut hast. Es kann dann immer noch dazu kommen, dass du mal pupst. Bei der Arbeit von Bakterien kann es zu einer Gasentwicklung kommen, das entweichen muss. Mit den Tipps kannst du dies minimieren. Du kannst durch ausreichendes Kauen, langsames Essen und nicht reden beim Essen, dafür sorgen, dass du wenig bis kaum aufstößt.

Wenn du mehr zu Algen und deren Verwendung wissen möchtest, dann gehe zu dem Beitrag „Algen sind überall auf der Welt zu Hause“.

Nun ab an den Kochtopf!

Hallo, ich bin Victoria. Eine freiheitsliebende Frau, die am Tag der iranischen Revolution die Welt erblickte. Abenteuerlust und die große Liebe zur Freiheit prägen mein Leben.

Somit verstehst Du sicherlich gut, weshalb ich mich nicht in das Korsett des Beamtensystems "hineinquetschen" wollte.

So kündigte ich 2mal als auf Lebenszeit verbeamtete Lehrerin nachdem ich an 5 Schulen in drei Bundesländern mit Funktionsstellen und Co gearbeitet hatte. Und das trotz einer chronischen Krankheit und keinen Menschen, der meine Miete zahlt.

Nun unterstütze ich seit Jahren erfolgreich Lehrer und Beamte dabei ihre erfüllende Berufsalternative zu finden und souverän zu kündigen. Und wann starten wir Deine spannende Reise in Richtung Freiheit?

Dein Kommentar

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  1. Hallo Victoria, bin beim Surfen über deinen Blog gestolpert. Solche Infos habe ich schon lange gesucht. Ein kompliziertes Thema schön auf den Punkt gebracht, einfach und ohne eine bestimmte Ernährung-Religion zu verfolgen. Ich schaue jetzt öfter rein! 🙂 LG

    1. Hallo liebe Constanze, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Es ist nicht immer einfach komplizierte Sachverhalte leserfreundlich zu schreiben. Es freut mich sehr, dass mir dies gelungen ist. Vielen Dank!

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