Als Lehrkraft kündigen Geschichten
Diese Zeilen stammen von einer Lehrkraft, die über die Seite „Deine Stimme“ anonym ihre Stimme zum Ausdruck gebracht hat. Wenn auch Du Deine Meinung, Deine Geschichte, Deine Gedanken zum Lehrerberuf anonym mit uns teilen willst, tue dies auf dieser Seite: Deine Stimme. 

Hallo zusammen, ich bin jetzt schon seit einiger Zeit Lehrer und bin durch Studium, Referendariat und die Probezeit gegangen. Wobei…die Probezeit zur Verbeamtung habe ich noch nicht ganz bewältigt. Hmm, bin ich jetzt nicht erfolgreich bzw. noch kein richtiger Lehrer??? Oder wird alles nach der Probezeit besser oder entspannter (so wie Victoria auch in ihrem letzten Blog gesagt hat)???Ich für mich glaube, dass es nicht viel besser wird, auch wenn der Druck der Revision nicht mehr auf einem lastet, denn es kommen ja immer wieder neue Aufgaben auf einen zu. Als einen erfolgreichen Lehrer sehe ich mich aber dennoch, auch wenn man oft nicht das Gefühl bekommt, da man ja sehr oft das Gefühl hat immer alles besser machen zu können. Ich glaube das schwierigste in diesem Beruf ist die mangelnde Anerkennung seiner Arbeit. Gerade habe ich die halben Ferien damit zugebracht Oberstufenklausuren zu korrigieren, was ich für mich als Vergewaltigung meiner Seele empfinde, da sich der mir aufgebürdete Aufwand in keinerlei Hinsicht rechnet geschweige denn von irgendjemandem anerkannt wird. Für mich verschwende ich dabei nur kostbare Lebenszeit und die Schülerinnen und Schüler streiten bei der Rückgabe ohnehin noch um jeden Punkt. Am Ende setzt man mit der Rückgabe der Klausur sogar das bis dato gute Schüler-Lehrerverhältnis aufs Spiel, da einem die Schüler eine schlechte Note schnell persönlich übelnehmen. Hmm, warum mache ich es dann eigentlich. Tja, ich bin ehrlich gesagt ein zu großer Schisser, um alles hinzuwerfen und so schlecht ist ja auch alles nicht. Trotzdem befriedigt mich meine Arbeit nicht und ich möchte dies nur noch anhand von ein paar Punkten aufzählen, bevor ich meinen Text beende:
1. Die Notengebung und der curriculare Druck stören meines Erachtens massiv den Aufbau einer nachhaltigen Schüler-Lehrerbeziehung, die ich als sehr gewinnbringend für beide Seiten ansehe.
2. Die Ressourcen an einer Schule sind mangelhaft. Zum einen die zeitliche Ressource für einen tiefgründigeren Austausch des Lehrpersonals, zum anderen sollten die Klassen entweder kleiner sein oder mit einer Doppelbesetzung ausgestattet werden. Zu guter Letzt lassen viele Gebäude und Materialien den Wunsch nach mehr Wertschätzung aufkommen.
3. Sehr oft sehe ich mich nur als Verwalter und ausführendes Organ von etwas das ich nicht unterstütze. Angefangen vom Lehrplan bis hin zu der Beaufsichtigung und Erziehung vieler sozial auffälliger Schülerinnen und Schüler.
Danke liebe Victoria für dein Gehör.

Hallo, ich bin Victoria. Eine freiheitsliebende Frau, die am Tag der iranischen Revolution die Welt erblickte. Abenteuerlust und die große Liebe zur Freiheit prägen mein Leben.

Somit verstehst Du sicherlich gut, weshalb ich mich nicht in das Korsett des Beamtensystems "hineinquetschen" wollte.

So kündigte ich 2mal als auf Lebenszeit verbeamtete Lehrerin nachdem ich an 5 Schulen in drei Bundesländern mit Funktionsstellen und Co gearbeitet hatte. Und das trotz einer chronischen Krankheit und keinen Menschen, der meine Miete zahlt.

Nun unterstütze ich seit Jahren erfolgreich Lehrer und Beamte dabei ihre erfüllende Berufsalternative zu finden und souverän zu kündigen. Und wann starten wir Deine spannende Reise in Richtung Freiheit?

Dein Kommentar

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  1. Die Zeilen dieser Lehrkraft hätte ich auch genauso schreiben können. Mir wird gerade immer mehr klar, in welche Mühle man sich in diesem Beruf begibt.
    Und da finde ich es auch nicht gerade hilfreich, dass sich so viele Pädagogen ins Fernsehen setzen können und sagen, der Lehrerberuf sei ja eine so absolut traumhafte Erfüllung….und alle finden das ganz toll und sagen „Siehste, so eine erfüllende und sinnhafte Tätigkeit!“
    Dann erntet man unter Umständen anerkennendes Lob von den „Externen“. Oft aber mit dem Zusatz: „Aber ICH könnte das ja nicht!“
    Es hilft mir jedoch enorm, festzustellen, dass ich nicht die einzige bin, die das ganze System, in dem wir uns täglich aufreiben, so anzweifelt.

    1. Hallo, Du bist definitiv nicht die einzige, die das System hinterfragt! Es gibt extrem viele Lehrer, die das Schul- und Beamtensystem anzweifeln. Nimm Deine Zweifel hinsichtlich des Systems ernst. Auf meiner Seite findest Du alles was Du brauchst, um aus der Schule rauszukommen. Du solltest Dich in diesem kranken System nicht krank arbeiten. Liebe Grüße, Victoria

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