Die Vorstellung, dass es keine lineare Zeit gibt, erscheint absurd.
Schließlich denken, interpretieren und entscheiden wir in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Zwar hören und lesen wir seit Jahren überall, dass es nur das JETZT gibt, aber wie soll das praktisch aussehen?
Oft wird mir dazu gesagt:
„Es gibt nun mal den Morgen, den Sommerurlaub, für den Geld gespart werden muss, und den Ruhestand in X Jahren, an den ebenfalls gedacht werden muss. Demnach ist es unverantwortlich, nur im JETZT zu leben.
Auch die Vergangenheit kann nicht gelöscht oder ignoriert werden. Sie hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Dieses „Lebe im JETZT“ oder „Sei im gegenwärtigen Moment“ klingt gut, ist aber im Alltag kaum umsetzbar.“
Heute zeige ich Dir konkret, wie Du die Tatsache, dass lineare Zeit eine Illusion ist, praktisch in Deinem Alltag lebst.
Was heißt „Lineare Zeit ist eine Illusion“?
Wir haben über Generationen hinweg von klein auf gelernt, dass Zeit linear ist, wie ein Lineal. Demnach passiert alles in einer Abfolge, die sich bedingt.
Zum Beispiel gehen wir als Kinder bei einer schlechten Note sofort davon aus, dass wir die Tage und Wochen vorher zu wenig gelernt oder nicht aufgepasst haben und deshalb die unerwünschte Note bekommen haben.
Später im Leben glauben wir ängstlich oder unsicher zu sein, gesund oder selbstsicher, abhängig davon, was wir in der Vergangenheit getan oder erlebt haben. Oder eben nicht getan und nicht erlebt haben.
Sobald etwas im Leben schief läuft, hoffen wir auf eine bessere Zukunft. Dann haben wir oft den Gedanken: „Wenn ich einen tollen Job oder meine Liebe gefunden habe, dann bin ich glücklich, erfolgreich und geliebt.“
Wenn Du das Gelesene in Dir wirken lässt und Dich kurz beobachtest, merkst Du:
- Ein Zeitpunkt fehlt, wird ignoriert oder erscheint irrelevant. Die Gegenwart. Das Jetzt.
Dabei ist genau dieser gegenwärtige Moment der einzige Zeitpunkt, in dem wir echte Entscheidungs- und Schöpfungsmacht haben. Vergangenheit und Zukunft sind lediglich mentale Bilder.
Gibt es die Vergangenheit tatsächlich oder entsteht sie im Jetzt?
Wenn Du in der Gegenwart auf dem Sofa oder im Zug sitzt und aus dem Fenster schaust, fällt Dir vielleicht irgendein Ereignis aus der sogenannten Vergangenheit ein.
Ich schreibe „sogenannte Vergangenheit“, weil wir das, woran wir uns erinnern, im Jetzt entstehen lassen. Denn das, was wir als ein vergangenes Ereignis bezeichnen, findet in Form von mentalen Bildern im gegenwärtigen Moment statt.
Auch das, woran Du Dich erinnerst, ist eng damit verknüpft, wie Du Dich in dem Moment beschreibst.
Wenn Du sagst „Ich bin gesund“, erinnerst Du Dich an komplett andere Vorfälle, als wenn Du sagst „Ich bin krank“.
Folglich bestimmt Dein Seinszustand oder Deine Identität, was Du als Deine Vergangenheit bezeichnest. Sobald Du einen Identitätswechsel vornimmst, verändert sich auch Deine Vergangenheit.
Somit ist die Vorstellung, dass es nur eine Vergangenheit gibt und dass sie bestimmt, wer Du im Jetzt bist, falsch.
Vielleicht denkst Du jetzt: „Das, was stattgefunden hat und woran ich mich jetzt erinnere, hat doch tatsächlich stattgefunden. Deswegen ist das Ereignis mit seinen Folgen real.“
Im Grunde genommen ist nicht entscheidend, ob ein Vorfall stattgefunden hat oder nicht. Entscheidend ist, dass Du nicht mehr die menschliche Version von Dir bist, die XYZ erlebt hat. Außer Du entscheidest, dass Du immer noch diese Version bist.
Du bist nicht Dein Körper
Zwar glauben wir gewöhnlicherweise, wir seien ein Charakter, aber das ist falsch. Denn als Menschen ist unser wahres Sein Bewusstsein. Also ein Sein, das sich seiner selbst bewusst ist.
Demnach bist Du nicht Dein Körper oder Deine Gedanken oder Dein Name oder sonst etwas Offensichtliches, sondern Energie oder Bewusstsein.
Wie schon der indische Mystiker Ramana Maharshi sagte:
- „Jeder weiß: Ich bin. Die Verwirrung entsteht durch die Annahme, dass dieses Ich der Körper sei. Das Gefühl Der Körper ist ich ist der Irrtum. Dieses falsche Ich-Gefühl muss verschwinden.“
Da Du nicht festgekettet bist an Deinen Körper, Deine Vergangenheit oder an sonst etwas, sondern komplett frei bist, kannst Du bewusst entscheiden, welche menschliche Version Du erleben möchtest.
Damit das deutlicher wird, gebe ich Dir ein Beispiel:
Eine Person sagt: „Ich bin ängstlich und war das schon immer, weil mir als Kind ABC passiert ist.“
Solange sie sich mit „Ich bin ängstlich“ identifiziert, kann sie sich nicht befreit davon für eine andere Version, wie „Ich bin mutig“, entscheiden.
Erst wenn sie erkennt, dass diese Identifikation nur eine Annahme über sich selbst ist, entsteht die Möglichkeit, eine andere Version von sich zu wählen.
Zudem sind wir multidimensionale Wesen. Das bedeutet, dass wir nicht nur in der physischen Welt existieren, sondern ebenso auf der mentalen und energetischen Ebene.
Letztlich ist die physische Welt das Resultat der energetischen Ebene (Seinszustand oder Identität) und der dazugehörigen Gedanken, Imaginationen, Annahmen und Überzeugungen (mentale Ebene).
Auch dazu gebe ich Dir ein Beispiel:
Nehmen wir eine Person, die Schulden hat. Um sie loszuwerden, glaubt sie, mehr arbeiten und verzichten zu müssen.
Dabei sind „Schulden“, die sie als Umstand in der physischen Welt erlebt, das Ergebnis der energetischen und der mentalen Ebene.
Die energetische Ebene ist der Seinszustand, zum Beispiel „Ich bin jemand, der mit Geld nicht gut umgehen kann“ oder „Ich bin nicht gut genug“.
Aus ihnen heraus hat die Person eine Sichtweise und Vorstellung von Geld, wie „Geld verdienen ist hart“ oder „Alles wird teurer“.
Logischerweise deutet sie alles anders als jemand, der sagt: „Ich bin wohlhabend und liebe Geld.“
Anhand dieses Beispiels merkst Du, dass Du entscheidest, wer Du bist, und daraus entspringt alles andere in Deinem Leben. Deswegen bist Du der Ursprung von allem in Deinem Leben und die alleinige Autorität Deiner Realität.
Um Dir bildlich das Verhältnis von Bewusstsein und Körper vor Augen zu führen, passt diese Aussage des indischen Philosophen Sri Aurobindo:
- „Das Bewusstsein ist nicht im Körper, sondern der Körper ist im Bewusstsein.“
Wir sind in unendlich vielen Realitäten
Wenn Du alles, was Du gelesen hast, zusammennimmst, wird klar, dass wir simultan in unendlich vielen Realitäten existieren. Und sie alle finden im Jetzt statt.
Da es keine lineare Zeit gibt, in der alles aufeinander folgt, kannst Du jederzeit frei von der Außenwelt und der Vergangenheit entscheiden, wer Du bist. Mit jeder Entscheidung wechselst Du in eine andere Realität.
Ich gebe Dir dazu ein Beispiel:
Eine Person, die sagt „Ich bin jemand, der abends Sport macht“, lebt in einer völlig anderen Realität als jemand, der sagt „Sport ist Mord.“
Dadurch, dass niemand an seine Identität oder Selbstbeschreibung gebunden ist, kann jeder Mensch von einer Sekunde auf die andere eine 180-Grad-Wendung machen.
Im Alltag merkst Du, dass diese komplette Wendung möglich ist, weil Du jede Situation vollkommen unterschiedlich deuten kannst. Das liegt daran, dass in Dir als Bewusstsein viele unterschiedliche Versionen aktiv sind und jede eine eigene Sichtweise hat.
Außerdem erlebst Du manchmal Unentschiedenheit. Immer dann, wenn Du keine eindeutige Entscheidung treffen kannst, sind mehrere menschliche Versionen in Dir aktiv.
Je nachdem, welche Entscheidung Du triffst, bewegst Du Dich in eine andere Realität.
Kurzum: Alles, was vorgefallen ist, steht nur dann mit Dir in Verbindung, wenn Du in der Gegenwart entscheidest, dass Du immer noch die bist, die Du damals warst.
Das, was Du für wahr hältst, wird zu Deiner Realität.
Wähle bewusst, was Du bestätigt sehen willst.
Ist die Zukunft Bestimmung, Schicksal oder hast Du Einfluss darauf?
Während üblicherweise die Vergangenheit dazu genutzt wird, sich in der Gegenwart zu beschreiben oder zu begründen, warum man so ist, wie man ist, haben viele Angst vor der Zukunft.
Deswegen fällt oft der Satz „Die Zukunft ist unsicher“. Um sie sicher zu machen, leben viele für die Zukunft.
Beispielsweise bleiben viele Menschen in einem Job, den sie schrecklich finden, wegen der Pension, die es im Ruhestand geben soll.
Generell ist die Denkweise, die Gegenwart für die Zukunft zu opfern, stark verbreitet. Schließlich ist das System in der physischen Welt auf dieser Mentalität aufgebaut, wie zum Beispiel die Schule.
Bezogen auf die Zukunft denken auch viele Menschen in Richtung Schicksal, Bestimmung und Vorsehung. Daraus ist die Suche nach dem Seelenplan, Seelenpartner und Ähnlichem entstanden.
Nachdem, was Du bereits gelesen hast, weißt Du, dass hinter diesen Denkweisen keine Logik steckt und sie sich nur für die bewahrheiten, die sie für wahr halten.
Denn als Ursprung von allem in Deinem Leben entscheidest Du, ob es Bestimmung oder Schicksal gibt und ob Du im Jetzt leiden möchtest für eine schöne Zukunft oder nicht.
- Der Punkt ist: Die Zukunft als ein Ort oder als dieses Ankommen, Erreichen, Geschafft-Haben gibt es nicht.
Genauso wie die Vergangenheit in der Gegenwart durch Deine Selbstbeschreibung entsteht, entsteht auch die Zukunft daraus.
Demnach sind sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit mentale Bilder, die Du in Dir aufgrund Deiner Identität entstehen lässt.
Je nachdem, wie Du Dich im gegenwärtigen Moment beschreibst, kannst Du Dir eine wunderschöne Zukunft mit allem, was Du Dir wünschst, vorstellen oder nicht.
- Aber alles passiert im Jetzt.
Somit führen Gedanken wie „Wenn ich einen tollen Job habe, bin ich glücklich“ oder „Erst wenn ich meine Liebe gefunden habe, fühle ich mich geliebt“ zu nichts anderem als zu einer Realität, in der man hinter seinem Wunsch herläuft. Und das mit der Hoffnung, dann endlich das zu sein, was man sein möchte.
Wenn Du jedoch Realität verstehst, weißt Du, dass diese Sichtweise Dich daran hindert, zu sein und zu bekommen, was Du möchtest.
Wenn die Zukunft nicht existiert, wozu wird dann geplant?
Damit wir als Bewusstsein oder Energie eine menschliche Erfahrung machen und uns in der physischen Welt zurechtfinden, gibt es die Zeit.
Demnach ist das Treffen in zwei Tagen im Café oder das Vorstellungsgespräch in fünf Tagen in der physischen Welt in der sogenannten Zukunft.
Jedoch findet sie in Dir auf der mentalen und energetischen Ebene im Jetzt statt.
Und wenn Du bewusst Deine Realität erschaffen möchtest, entscheidest Du in der Gegenwart, wer Du bist und wie diese Treffen ablaufen sollen. Das kannst Du tun, weil Dir in der Außenwelt Dein innerer Zustand widergespiegelt wird.
Letztlich ist es so, dass Du in der Gegenwart, also vor dem zukünftigen Treffen, mental die Frage klärst „Was ziehe ich an?“ und „Wie antworte ich auf diese und jene Frage?“
Die Antworten auf diese Fragen entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern hängen davon ab, wie Du auf die Frage „Wer bin ich?“ antwortest.
Nehmen wir als Beispiel eine Person, die ein Vorstellungsgespräch hat und sagt „Ich liebe die Farbe Blau und in Hosen fühle ich mich wohl“. Dann wird sie kein gelbes Kleid anziehen.
Außer sie beschreibt sich als unsicher und denkt „Überall steht, man soll eine weiße Bluse mit einer Stoffhose anziehen. Um nichts falsch zu machen, ziehe ich eben keine Jeans mit blauem Pulli an.“
Wenn sie nicht weiß, wie sie ihren Wunsch manifestiert, wird sie hoffen, dass alles gut geht, sie alle Fragen gut beantwortet und den Job bekommt.
Folglich geht sie davon aus, dass es eine von ihr getrennte, objektive Außenwelt gibt, in der sie sich behaupten muss. Aber das ist nicht der Fall.
Alles, was wir als Realität, Außenwelt oder unser Leben bezeichnen, entsteht durch unsere eigene Wahrnehmung.
Kontinuität gibt es nicht
Abgesehen von allem, was wir gesagt haben, trägt unsere Beispielperson in sich die lineare Zeit als aufeinanderfolgende und sich bedingende Ereignisse. So wie bei einem Lineal, bei dem nach 1 die 2 kommt.
Deshalb denkt sie, wenn sie sich passend anzieht, sich gut auf die Fragen vorbereitet und alles so macht, wie sie es gelesen hat, sei sie gut vorbereitet.
Dann sind die Leute beim Gespräch hoffentlich begeistert von ihr. Und wenn alles überstanden ist, bekommt sie irgendwann später eine Antwort, ob sie den Job bekommen hat oder nicht.
Aufgrund dieser Denkweise von „Ich muss A tun, damit B passiert“ entsteht eine zeitlich ablaufende Ursache-Wirkungs-Struktur, die es nicht gibt.
Wie der Philosoph David Hume sagte:
- "Als Menschen sehen wir zwei Ereignisse zusammentreffen, aber die Ursache selbst sehen wir nicht. Die Vorstellung von Ursache und Wirkung entsteht aus Gewohnheit unseres Denkens, nicht aus direkter Beobachtung."
Schließlich ist die Ursache der Seinszustand oder die Identität, die für unsere Augen unsichtbar ist. Wer das nicht weiß, geht davon aus, dass die lineare Zeit Resultate bringt, wenn man ABC macht.
Deshalb gibt es Sätze wie:
- „Die Zeit heilt alle Wunden“
- „Mit der Zeit wird man besser“
- „Man muss mit der Zeit gehen“
Da Du nun weißt, dass es die lineare Zeit auf der Ebene des Manifestierens nicht gibt und wir immer von innen nach außen kreieren, ist Dir klar, dass diese Sätze sinnfrei sind.
Zumindest gelten sie nicht für Menschen, die bewusst ihre Realität erschaffen und Wunder erleben wollen. Denn sie wissen, dass Realität nicht linear verläuft wie ein Lineal, sondern das Ergebnis ihrer Entscheidungen ist.
„Aber, aber…“ – typische Rechtfertigungen für die lineare Zeit
- „Ich bin seit 5 Jahren Single.“
- „Von der Operation, die ich vor 10 Jahren hatte, habe ich noch Narben.“
- „Die Jobabsage hat doch dazu geführt, dass ich jetzt keinen Job habe.“
- „Um Abitur zu machen, muss ich doch 13 Jahre zur Schule.“
Und ähnliche Gedanken sollen die Existenz der linearen Zeit und ihre gradlinigen Folgen bestätigen.
Jeder Mensch ist die alleinige Autorität seiner Realität und hat freie Entscheidungs- und Schöpfungsmacht.
Demnach kann jeder frei entscheiden, dass er von der Vergangenheit, vorherigen Leben, seinem Stammbaum oder anderem beeinflusst ist und keine Möglichkeit hat, als sich dem zu ergeben.
Durch diese Sätze, Entscheidungen und die Rechtfertigungshaltung entsteht die Erfahrung „Manifestieren funktioniert nicht“.
Denn es bleibt nun mal so:
- Eine Person ist nur dann seit X Jahren Single, verschuldet oder in irgendeiner anderen Situation, wenn sie entscheidet, dass sie die Version von sich ist, die sie schon vor Jahren war.
Auch wenn zwischen vergangenen Ereignissen wie Absagen, Operationen und Ähnlichem eine Verbindung zur Gegenwart gezogen wird, ändert das nichts daran, dass die Ursache der eigene Seinszustand ist.
Demnach ist die Narbe, die Du in der Gegenwart siehst, nicht direkt aus der Operation entstanden, sondern aus der Identität „Ich bin jemand, der operiert worden ist und nun diese Narbe hat.“ Die Narbe erscheint in der Gegenwart durch die Geschichte, die sich diese Person über sich selbst erzählt. Solange sie sich diese Geschichte erzählt, sieht sie die Narbe passend zu dieser Geschichte.
Es ist wie bei jemandem, der sagt: „Ich habe Angst vorm Fahrstuhlfahren, weil ich als Kind einmal steckengeblieben bin.“ Was außer Angst soll sie erleben, wenn sie von Angst erzählt? Mut? Das ergibt keinen Sinn. Allein durch diese Geschichte erlebt die Person in der Gegenwart genau das, was logisch daraus folgt, genauso wie die Narbe durch die Geschichte in der Gegenwart sichtbar wird.
Tatsache ist, dass in der Gegenwart nichts von der Vergangenheit direkt greifbar ist. Weder die Ärzte, noch das Krankenhaus, geschweige denn die Operation selbst, sind in der Gegenwart sichtbar oder anfassbar. Alles existiert als mentales Bild, das zu einer Version von Dir gehört, die jedoch nicht die ist, die gerade über die Vergangenheit berichtet. Dennoch hast Du die Freiheit zu entscheiden, dass Du diese vergangene Version bist.
Denn die einzige Person in Deiner Realität, die bestimmt, wer Du bist, und die die Verbindungen zwischen dem, was geschehen ist, und der Gegenwart herstellt, bist Du selbst.
Auch der zeitliche Umfang oder die Dauer, bis etwas geschafft oder erreicht ist, entscheidet jeder für sich. Deshalb gibt es Kinder, die Klassen überspringen und früher den Abschluss machen, als es üblicherweise vorgesehen ist.
Wer möchte, kann sich als einen Menschen sehen, der im Körper gefangen ist, eine Vergangenheit hat, die ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist, und der bestimmt, was in diesem Leben für ihn möglich ist.
- Genauso gut kann sich jeder aus dieser einengenden Vorstellung befreien und sich als alleinige Autorität seines Lebens sehen, frei entscheiden, wer er ist und was er will.
Wenn Du Deine Realität bewusst erschaffen möchtest, lies weiter.
Du bist Realität.
Gehe als die Realität, die Du erfahren möchtest, durch Deinen Tag.
Wie Du im Jetzt lebst und alles manifestierst, was Du willst
Da es vor dem Jetzt und danach nichts gibt, ist klar, dass Du immer im Jetzt lebst. Nur machst Du das vielleicht, wie die meisten, nicht bewusst.
Anstatt präsent zu sein, bist Du im Kopf unterwegs. Du denkst an Erinnerungen oder sorgst Dich darüber, wie Du alles, was Du zu erledigen hast, schaffen sollst.
Sobald Du aufhörst, Dich von Deinen Gedanken führen zu lassen und in den Gefühlen, die sie erzeugen, zu baden, bist Du präsent und kannst als Beobachter bewusste Entscheidungen treffen.
Genau mit diesen Entscheidungen, die Du befreit von Identifikation mit Gedanken aus vergangenen Erfahrungen oder angsteinflößenden Zukunftsszenarien triffst, wechselst Du von einer Realität in eine andere.
Dadurch, dass die meisten in ihren Gedanken schwimmen, treffen sie Entscheidungen aus dem Glauben, dass diese Gedanken die Wahrheit sagen und dass sie sind, was sie denken. Somit leben sie in ähnlichen Realitäten.
Zum Beispiel denkt eine Person, die Single ist, dies: „Wie soll ich bloß jemanden kennenlernen, wenn jeder Tag gleich ist und ich nichts Neues mache?“
Damit konzentriert sie sich auf die Außenwelt, als wäre sie von ihr getrennt, und sie glaubt, dass sie erst dann neue Erfahrungen machen würde, wenn sie in dieser Außenwelt etwas Neues macht. Aber das ist, wie Du nun weißt, nicht der Fall. Denn Du bist in jeder Sekunde neu und in einer anderen Realität.
Wenn Du als Bewusstsein auf Dich und Dein Leben schaust, nimmst Du eine Beobachterrolle ein. Diese Rolle ermöglicht es Dir, Dich losgelöst von vergangenen Erfahrungen und zukünftigen Ängsten zu sehen und entschlossene Entscheidungen zu treffen.
Demnach geht es nicht darum, die lineare Zeit zu verabschieden und alles, was die physische Welt für Dich strukturiert, in den Mülleimer zu werfen, sondern im gegenwärtigen Moment präsent zu sein. Denn alle Deine Wünsche existieren erfüllt in der Gegenwart.
Warum alle Deine Wünsche bereits erfüllt sind
In Dir als Bewusstsein existieren unendliche Realitäten, Möglichkeiten und menschliche Rollen. Somit ist alles schon kreiert, erschaffen und gebaut.
Deshalb ist das Wort „manifestieren“ zutreffend. Es stammt aus dem Lateinischen „manifestare“ und bedeutet „sichtbar machen“.
Ich gebe Dir ein Beispiel:
Eine Person wünscht sich zwei Millionen Euro.
Anfangs denkt sie gewöhnlich:
- „Mit meinem Job werde ich niemals zu diesem Geld kommen. Ich muss Glück haben, um groß zu erben, oder ich fange mit dem Glücksspiel an.“
- „Um das Geld zu manifestieren, muss ich affirmieren, visualisieren und andere Manifestationsmethoden anwenden. Dann ziehe ich das Geld an.“
- „Es wird lange dauern, bis ich dieses Geld manifestiere. Ich weiß noch gar nicht, was ich konkret machen muss, um zu dem Geld zu kommen.“
Auch andere ähnliche Gedanken kommen ihr.
Nachdem sie diesen Artikel gelesen hat, weiß sie:
- Eine lineare Zeit existiert auf der Ebene des Manifestierens nicht.
- Alles dauert immer so lange, wie wir entscheiden, dass es dauert.
- Die Ursache-Wirkungs-Struktur bezieht sich nicht auf die äußere Realität. Der Seinszustand ist die Ursache.
- In ihr als Bewusstsein existieren alle Realitäten, Möglichkeiten und menschlichen Rollen gleichzeitig. Somit gibt es eine Version von ihr, die in einer Realität mit zwei Millionen lebt.
Mit ihren Entscheidungen im Jetzt wechselt sie ihren Seinszustand und ihre Realität. Demnach ist das, was sie machen darf, dies:
- Präsent sein, um sich nicht von ihren Gedanken beirren zu lassen, und als alleinige Autorität ihrer Realität die entschlossene Entscheidung treffen, dass sie die Version von sich ist, die in der Realität mit zwei Millionen lebt.
Bildlich gesprochen ist es so, als wärst Du in einem Hochhaus und könntest entweder Stufe für Stufe die Etagen wechseln oder den Fahrstuhl nehmen.
„Stufe für Stufe“ steht dabei für die gewöhnliche, nach außen gerichtete Denkweise, bei der man glaubt, dass die äußere Welt etwas beweisen würde.
Der „Fahrstuhl“ hingegen symbolisiert das Wissen, dass wir von innen nach außen manifestieren und mit unseren Entscheidungen sofort in die Realität wechseln, für die wir uns entschieden haben.
„Aber ich kann doch nicht behaupten, etwas zu haben, was ich nicht habe“
Der Fokus auf das „Haben“ und die Annahme, dass wir erst dann etwas sind, wie zum Beispiel Millionärin, wenn wir die Millionen tatsächlich besitzen, beruht auf dem Gedanken „machen, haben, sein“.
Deshalb glauben viele Menschen, sie müssten viel tun, um zu haben, was sie sich wünschen, und erst dann wären sie die Person, die sie gerne sein möchten.
Wenn Du so vorgehst, bleibst Du hauptsächlich auf der physischen Ebene. Du bist gezwungen, viel zu tun, um hoffentlich ein Ziel zu erreichen. Dann gehst Du Stufe für Stufe.
Da Du diesen Artikel liest, weißt Du mittlerweile, dass es keine lineare Zeit gibt und dass Du bereits jetzt bist, wer Du sein möchtest. Daher gilt für erfolgreiches Manifestieren: „sein, machen, haben“.
- Dazu sage ich: „erst bist Du, dann siehst Du.“
Demnach ist unsere Beispielperson, unabhängig davon, wie viel Geld sie tatsächlich hat, bereits die Zwei-Millionen-Version von sich.
Aus dieser Version heraus handelt sie und lebt ihren Alltag. Ihre äußere Realität spiegelt ihren Seinszustand wider: „Ich bin jemand, der zwei Millionen Euro hat.“
Wie Du weißt, spiegelt die äußere Realität unsere Identität und unseren Seinszustand mit den dazugehörigen Annahmen wider.
Somit ist es nicht zielführend, wenn unsere Beispielperson darauf beharrt, dass sie keine Millionärin ist, weil sie keine Millionen besitzt.
Solange sie das tut, bleibt sie in der Realität von „Ich wünsche mir zwei Millionen, habe aber keine.“ Dann sieht sie logischerweise auch nur, dass sie keine Millionen hat.
Schließlich lenken unsere wiederholten Gedanken unsere Aufmerksamkeit und bestimmen, worauf wir fokussiert bleiben.
Wenn sie jedoch die Entscheidung trifft, dass sie zwei Millionen hat, richtet sich ihre Aufmerksamkeit auf „Geld haben“ und sie beginnt, diesen Zustand in ihrem Leben sichtbar werden zu lassen.
Sie manifestiert also Geld aus ihrem Seinszustand heraus. Ihre äußere Realität spiegelt damit ihre innere Realität.
Nichts braucht Zeit, sondern Bewusstheit
Wie wir geklärt haben, sieht es mit der Zeit so aus:
- Über die Zeit gibt es keine Veränderung.
- Wir gehen nicht durch die Zeit oder durchlaufen sie.
- Um zu sein, wer Du sein möchtest, braucht es keine Zeit.
Demnach sind die äußeren Veränderungen, die wir sehen oder erleben, stets der Wechsel von einer Realität in die andere.
Falls der Gedanke bei Dir auftaucht, dass wir über die Zeit vom Säugling zum Erwachsenen werden oder es die Jahreszeiten gibt, bedenke: Wir wechseln dabei von Realität zu Realität.
Nicht jedes Kind wächst identisch oder erlebt etwas zur gleichen Zeit und mit derselben Dauer.
Wenn der Gedanke kommt: „Aber die Wissenschaft…“, bedenke dies:
Wissenschaft ist ein Instrument, um die messbare Welt zu beschreiben, doch sie ist kein Maßstab für das Erleben, die innere Realität oder das Bewusstsein. Ihre Orientierung ist begrenzt, weil sie nur das erklären kann, was sie messen oder sehen kann. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt außerhalb ihrer Reichweite.
Wer sie als Orientierung nimmt oder glaubt, sie beschreibe objektiv, wie die Welt funktioniert, lebt ein überschaubares Leben, das sich messen lässt.
Damit die obigen Punkte greifbar werden, gebe ich Dir zwei Beispiele:
Wenn Du etwas machst, das Dir Freude bereitet, oder Zeit mit Menschen verbringst, die Dir sympathisch sind, vergeht die Zeit oft schneller, als bei Tätigkeiten oder Menschen, die Dir missfallen.
- Somit ist Zeit für unser Erleben und unsere Entscheidungen keine objektive Größe, sondern relativ.
Ein weiteres Beispiel aus meinem Leben:
Ich war an einem Januartag mit meiner Mutter unterwegs, und ihr ging es super. Alles war sehr schön. Wir haben uns auf das gemeinsame Essen gefreut. Meine Mutter hatte Hunger, und als wir redeten und lachten, bekam sie einen Anruf.
Nach wenigen Sekunden hatte sich meine Mutter um 180 Grad verändert. Sie war traurig, weinte, musste sich übergeben und konnte sich gar nicht daran erinnern, dass sie Hunger hatte.
Was war passiert?
- Ihre Schwester war gestorben.
Solche Vorfälle werden oft als Schicksalsschläge bezeichnet.
Meine Mutter ist durch dieses Ereignis im Außen von jetzt auf gleich in eine andere Realität gewechselt. Ihr Seinszustand hatte sich verändert.
- Zuvor war ihr Seinszustand: „Ich bin jemand, der eine Schwester hat“.
- Danach war er „Ich bin jemand, der keine lebende Schwester mehr hat und trauert“.
Es ist offensichtlich, dass diese beiden unterschiedlichen Identitäten andere Denkweisen und Annahmen haben und zu diesen passenden Erfahrungen machen. Folglich bewegen sie sich in unterschiedlichen Realitäten.
Wer bist Du, wenn Du hast, was Du Dir wünschst?
Stelle Dir vor, Du bekommst eine große Summe geschenkt. In diesem Moment wechselst Du in eine andere Identität und damit in eine andere Realität.
Genauso können wir, wenn wir unsere Realität bewusst manifestieren, ohne äußere Ereignisse sofort in eine komplett andere Realität wechseln.
Denn Du brauchst nicht zu warten, bis Du hast, was Du haben möchtest, um zu sein, wer Du sein möchtest. Du kannst jetzt sein und Dich fühlen, wie Du möchtest.
Letztlich verläuft das Manifestieren oder das Erschaffen der eigenen Realität von innen nach außen, und es gibt nur das Jetzt.
Wie wir weiter oben geklärt haben, kreierst Du erfolgreich mit
- „Sein, Machen, Haben“ und nicht mit „Machen, Haben, Sein“.
Deswegen ergibt es keinen Sinn, auf später zu warten, bis sich der Wunsch erfüllt. Schließlich ist das Warten eine eigenständige Realität.
Wer wartet, der wartet.
Wenn Du nicht warten möchtest, um Dich endlich so fühlen zu dürfen, wie Du willst, beantworte diese Frage für Dich:
- Wer bist Du, wenn Du hast, was Du Dir wünschst?
Bist Du glücklicher, fröhlicher, mutiger, entschlossener, gelassener, entspannter, konsequenter, sportlicher …?
Merkst Du, worauf Deine Aufmerksamkeit gerichtet ist?
Genau auf Dich und nicht auf das, was Du haben möchtest.
Du schaust nicht mehr in die Außenwelt, als wäre sie von Dir getrennt, und Du musst nichts tun, wie positiv denken, viel arbeiten oder sonst etwas, um einen Wunsch anzuziehen, zu verwirklichen oder zu erreichen.
Wie Du weißt, bist Du die Realität, die Du erlebst. Demnach ist es klug, Deine Aufmerksamkeit auf Dich zu richten und genau JETZT die Version von Dir zu sein, die Du sein willst. Dann zeigt Dir Deine äußere Realität genau diese Version.
Wenn eine Pizza Zeit braucht, warum nicht auch große Wünsche?
Unabhängig davon, ob Du die Pizza selbst machst, sie im Restaurant bestellst oder sie Dir nach Hause liefern lässt, vergeht Zeit, bis sie fertig auf dem Tisch steht.
Jedoch würdest Du sie weder backen noch bestellen oder essen wollen, wenn Du nicht jemand wärst, der sagt: „Ich bin jemand, der gerne Pizza isst.“
Ohne den passenden Seinszustand und die dazugehörigen Gedanken und Vorstellungen gäbe es keine Handlung und keine Pizza.
Dadurch wird erneut glasklar, dass Deine unsichtbare Welt ausschlaggebend ist für die sichtbaren und greifbaren Resultate in der physischen Welt.
Da Du nun weißt, was Du gerne essen möchtest, machst Du Dir dann noch Gedanken ums Essen?
Nein.
In dem Augenblick, in dem Du entschieden hast, was Du essen möchtest und ob Du kochen oder bestellen willst, ist die Angelegenheit für Dich erledigt. Deine Entscheidung ist Deine Realität.
- Mit der Entscheidung „Ich esse heute Pizza im Restaurant Y“ wechselst Du in die Version von Dir, die weiß, was sie essen möchte und wo.
- Zuvor warst Du die Version, die am Überlegen war, was sie essen möchte.
Sobald Du in den Seinszustand von „Ich esse heute Pizza bei Y“ gewechselt hast, gehst Du Dich umziehen und fertig machen, um ins Restaurant zu gehen.
Dabei bist Du gedanklich schon die Version, die im Restaurant sitzt, Pizza bestellt hat und vielleicht auch schon gegessen hat. Gleichzeitig befasst Du Dich mit der Frage, ob Du noch irgendwo etwas trinken möchtest und wie Du nach Hause kommen willst.
All diese Dinge machst Du, ohne dass die Pizza physisch vor Dir ist.
Aber da für Dich alles rund um diese Pizza selbstverständlich ist, bist Du nicht darauf fokussiert, dass sie physisch nicht da ist. Genau deshalb fühlt sich alles schnell an.
Was Du Dir schwer vorstellen kannst, erreichst Du schwer
Im Vergleich zur Pizza sieht es anders aus, wenn Du einen Wunsch hast, den Du als groß bezeichnest, zum Beispiel eine Villa, 100 Millionen, perfekte Gesundheit oder eine wunderschöne Liebesbeziehung.
Üblicherweise ist die Aufmerksamkeit dann auf die Abwesenheit des Wunsches gerichtet, und wir machen uns Sorgen, ob wir ihn überhaupt erleben werden. Dadurch fühlt sich alles unendlich lange an.
Wenn wir beim Geld bleiben: Die meisten können sich besser vorstellen, ein paar Geldstücke auf der Straße zu finden, als irgendwann im Leben Millionen zu besitzen.
Auch ein Mensch, der eine chronische Krankheit hat, fällt es schwer, sich gesund vorzustellen. Deshalb richtet sich seine Aufmerksamkeit oft stärker auf die Krankheit als auf „Ich bin gesund“.
- Kurzum: Die physische Welt ist wie ein Echo. Wir sehen unsere Wünsche nicht immer sofort, sondern leicht zeitlich verzögert.
Wie lange es dauert, bis wir unsere Ziele in Händen halten, hängt davon ab, ob wir Stufe für Stufe hochgehen oder den Fahrstuhl nehmen.
Das wiederum hängt davon ab, wie sehr Du bereit bist, die lineare Zeit loszulassen und wie wenig Du Dich an Rechtfertigungen dafür festhältst.
Je stärker Du die Außenwelt dazu nutzt, Dich zu beschreiben, desto mehr wirst Du in unmöglich, unrealistisch und unvernünftig denken, weil Du ständig auf „Ich habe nicht, was ich will“ fokussiert bist.
Wenn Du manifestieren lernst, machst Du das nicht mehr, da Dir dann bewusst ist, dass Deine Umstände nur die Bedeutung haben, die Du ihnen gibst.
Somit hast Du die Freiheit, alles so zu interpretieren und zu deuten, wie es Dir dient. Dadurch wird für Dich alles, was unmöglich schien, möglich.
Ich wünsche Dir viel Freude und nicht vergessen: Mach Dein Leben zu einer atemberaubenden Reise.
Deine Victoria
Ein Hoch auf die Freiheit
PS: Bist Du Lehrer und suchst nach einer erfüllenden Alternative zum Schulalltag oder kennst Du jemanden, der genau das braucht? Mein Buch Tschüss Schule - Hallo Freiheit zeigt Dir den Weg in ein neues Berufsleben.
Du willst Deine Wunschrealität manifestieren?
Direkt. Klar. Ohne Kompromisse.
Genau das setzen wir im Mentoring um.
Ich freue mich auf Dich.
