vegan

Was kann man essen, wenn man vegan ist? Verdammt viel ist die schnelle Antwort. Der Satz „weniger ist mehr“ kommt hier voll und ganz zur Geltung. Habe ich bestimmte Lebensmittel nicht mehr in meinem Speiseplan, führt dies nicht zur Verarmung, sondern zur Kreativität. Die Veganer streichen nicht Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte aus ihrem Speiseplan ohne sich vorab mit dem Kochen und der Nahrungsmittelvielfalt beschäftigt zu haben.

Jeder der die Entscheidung trifft, sich vegan zu ernähren, hat einen Prozess durchgemacht.

In der Praxis wächst man mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. So führt der Wunsch ohne Milch und Ei einen Kuchen zu backen, zu einer sensationellen Erfahrung. Der eine oder andere wird bei solchen Gelegenheiten das erste Mal intensiv über das Backen, die Funktion von Milch und Ei im Teig nachdenken. So viele andere interessante Erfahrungen und Aha-Effekte erlebst du erst dann, wenn du deine Ernährung auf vegetarisch und/oder vegan umstellt. Wie die Bekanntschaft mit dem Igelstachelbart und so vieles mehr.

Isst du keine tierischen Lebensmittel, so wird das, was vorher nur Beilage war, nun zum Hauptakteur auf dem Teller. Servierst du jeden Tag Reis/Nudeln/Kartoffeln mit Brokkoli und Möhren, führt dies nicht nur zur Mangelerscheinungen, sondern macht extrem unglücklich. Nach einer Woche wirst du dich auf die Suche nach der Vielfalt machen und feststellen, dass es mehr gibt als Reis, Nudeln und Kartoffeln. Du lernt Buchweizen, Hirse, Quinoa, Amaranth, Emmer und vieles mehr kennen und genießen.

Wertvolle Eiweißquellen für Veganer und Vegetarier sind die Hülsenfrüchte.

Hier gibt es mehr als Linsen und Saubohnen. Ganz lecker sind Mungobohnen, Adzuki-Bohnen, Wachtelbohnen, Kidney-Bohnen, Weiße Bohnen und Feuerbohnen. Auch die Sojabohne kannst du als ganze Bohne kaufen und in Suppen oder Saucen verarbeiten. Selbstverständlich kannst du auch Miso, Tempeh, Seitan und Tofu essen, so wie es die Menschen in Ostasien seit Jahrzehnten machen.

Pilze sind grandiose Lebewesen, die seit Jahrtausenden schon auf dem Speiseplan vieler Völker stehen.

Aus dem Igelstachelbart (Pom-Pom) zum Beispiel kann man eine leckere Reisnudelsuppe kochen. Mu-Err Pilze (Judasohr) kann ich nur empfehlen, nicht nur weil sie reich an Mineralstoffen, sondern auch sehr lecker und vielseitig verwendbar sind. Shiitake sollte auf jeden Fall auf dem Speiseplan stehen, er ist der König der Heilpilze.

Menschen die keinen Fisch essen, essen dann eben andere Meereslebewesen, z.B. Algen. Sie sind reich an Jod und machen jedes Gericht exotisch. Du kannst Seetang im Salat essen, Wakame in der Suppe und Nori für Sushi verwenden.

Speisen lassen sich mit diversen Kräutern und Gewürzen zu einer unvergesslichen Gaumenfreude machen.

Hier könnte ich stundenlang nur Kräuter aufzählen. Ich liebe Dill, Petersilien, Koriander, Rosmarin, Estragon, Bärlauch und Pfefferminze. Besuche am besten einen Kräuter-Kochkurs oder / und einen Kräutergarten. Absolut empfehlenswert.

Die Welt der Gewürze ist bunt und duftet traumhaft. Kardamon, Zimt, Anis, Nelke, Kurkuma, Fenchelsaat, Ajwain, machen jedes Essen zu einem sensationellen Geschmackserlebnis. Belegt einen indischen Kochkurs und ihr werdet die zauberhafte Welt der Gewürze kennen lernen.

Selbstverständlich gibt es eine unendliche Vielfalt an Gemüsesorten und Sprossen, die in der Küche zum Einsatz kommen.

Einheimische, wie Rote Beete, Rosenkohl, Steckrübe, die leider immer seltener auf den Speiseplan stehen, sowie Backbananen, Süßkartoffeln, Yamwurzel, die aus der Ferne kommen, kannst du bestens in Suppe, Saucen oder als Püree mit Gemüse zubereiten. Im Salat finde ich Sprossen und Kresse fabelhaft.

Ganz tolle Saucen lassen sich mit Nüssen, wie Cashewkerne, herstellen. Die Saucen, die an Sahnesauce erinnern, kannst du sehr gut für Aufläufe oder Lasagne verwenden. Mit Nüssen und Kernen, wie Sonnblumenkernen, Kürbiskernen, kannst du sehr gut selbst Brotaufstriche machen. Ideal sind auch Samen, wie Hanfsamen, Leinsamen, Chiasamen.

Also, der Kreativität und der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist absolut unmöglich auf einer Seite dieses grenzenlose Sortiment, die uns die Natur schenkt, gerecht zu werden. Ich müsste hierzu ein mehrbändiges Buch schreiben. Wahrscheinlich wäre das Werk noch lange nicht vollständig.

Also wer glaubt, dass Vegetarier und Veganer einen langweiligen Speiseplan haben, der irrt sich zu 100%.

Das Sortiment bietet weitaus mehr als nur vegane Salami, vegane Mortadella und Co. Ein Nebeneffekt einer tierfreien Ernährung ist, die Entdeckung des Genusses, des Wohlbefindens, des Farbenreichtums der Speisen, der Mannigfaltigkeit an Nahrungsmittel aus der Natur, die Kreativität und die Lust am Kochen.

Ich empfehle jedem, unabhängig von der Kochfähigkeit, Kochkurse zu besuchen. Sie sind auf vielen Ebenen bereichernd. Ich liebe Kochkurse und am genialsten ist, dass es hier zu Lande mittlerweile viele vegane Kochkurse gibt, die die Küche anderer Kulturen präsentieren.

Insbesondere Menschen, die von Convenience-Food auf selbst gekochte Mahlzeiten wechseln, Fleischesser, die nun vegetarisch / vegan kochen möchten oder junge Menschen, die das Kochen lernen möchten, sollten unbedingt Kochkurse besuchen. Wer kochen kann, wird es lieben, es immer tun, dafür einkaufen und definitiv gesund und fröhlich durch’s Leben gehen. Also auf zum nächsten Kochkurs!

„Was ein richtiger Musiker sein will, der muss auch eine Speisekarte komponieren können“ (Richard Strauss) 

Hallo, ich bin Victoria. Eine freiheitsliebende Frau, die am Tag der iranischen Revolution die Welt erblickte. Abenteuerlust und die große Liebe zur Freiheit prägen mein Leben.

Somit verstehst Du sicherlich gut, weshalb ich mich nicht in das Korsett des Beamtensystems "hineinquetschen" wollte.

So kündigte ich 2mal als auf Lebenszeit verbeamtete Lehrerin nachdem ich an 5 Schulen in drei Bundesländern mit Funktionsstellen und Co gearbeitet hatte. Und das trotz einer chronischen Krankheit und keinen Menschen, der meine Miete zahlt.

Nun unterstütze ich seit Jahren erfolgreich Lehrer und Beamte dabei ihre erfüllende Berufsalternative zu finden und souverän zu kündigen. Und wann starten wir Deine spannende Reise in Richtung Freiheit?

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlich. Die Felder, die Du ausfüllen musst, um Deinen Kommentar abschicken zu können, habe ich für Dich markiert.  

  1. Danke für das inspirierende Credo zum veganen Leben! Ich interessiere mich schon lange dafür und koche sehr gerne vegan, auch wenn ich nicht komplett vegan lebe. Mich würde mal ein aus deiner Sicht idealer Speiseplan eines Veganers interessieren, also welche Lebensmittelgruppen sollten alles in welcher Menge enthalten sein. So eine konkrete Liste könnte den Einstieg in veganer Kochen erleichtern. Danke

    1. Hallo liebe Michelle, bei einer veganen Ernährungsweise ist es sehr wichtig auf eine Abwechslungsreiche Speiseplanung zu achten. Viele neue Lebensmittel ausprobieren, ist empfehlenswert. Bei der Planung eines Gerichtes sollte du etwas aus der Gruppe der Hülsenfrüchte, Pilze (Proteine), Getreide und Pseudogetreide (Kohlenhydraten) sowie Gemüse, Algen und Obst (Mineralstoffen und Vitaminen) zu einer leckeren Speise verarbeiten 🙂 . Ich hoffe, ich konnte deine Frage vorerst beantworten. Ich kann gerne einen Beitrag mit detaillierteren Angaben schreiben. Bei einem Kommentar ist es schwierig in die Details zu gehen 🙂 . Viel Freude beim Kochen 😉 Victoria

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}